Keine zwei Wochen mehr

Es ist wirklich momentan kaum vorstellbar, dass ich in zwei Wochen bereits wieder in Deutschland seind werde; am 13.02. komme ich gegen Mitternacht hoffentlich an, um dann von der Blogherrin in Empfang genommen zu werden. Ich freue mich schon.

Für ein Fazit ist es noch ein bisschen verfrüht, aber natürlich habe ich im Kopf schon ein bisschen resümiert.

Mit der Bachelorarbeit sieht es sehr gut aus. Ich bin zufrieden – sie liegt ausgedruckt vor mir, um nochmal   auf Kleinigkeiten geprüft zu werden. Der große Rahmen steht und wurde von meinen Betreuern auch so als machbar abgesegnet. Ich werde die Arbeit zwar nicht vor Juli verteidigen, aber ich will mit ihr abschließen — das meine ich im Besten Sinne. Mir macht das Arbeiten in der Gruppe hier unglaublichen Spaß und generell ist Wissenschaft ein extrem spannendes Arbeitsfeld. Der Grund für die verspätete Verteidigung ist rein bürokratischer Natur: die Verteidigung soll die letzte Handlung im Bachelorstudium sein und für mich stehen vorher noch zwei andere an: eine Prüfung sowie mein Praktikum.

Heute habe ich ein paar Mitbringsel aufgetrieben, bin dann zum Victoria Market, um einen Kaffee in dem — meiner Meinung nach — besten Kaffeeladen Melbournes zu trinken. Für den hatte ich schonmal Werbung gemacht. Dort kommt einfach vieles zusammen, was ich mag: Reduktion aufs Wesentliche, freundlicher und respektvoller Umgang, Wertschätzung von Typographie, Kaffee; um nur einige zu nennen. Danach ging es zum Klettern; immer wieder erstaunlich, wie viel Kraft einem so ein bisschen Schwerkraft raubt.

Seit dieser Woche sind spontan drei deutsche Mädels in der WG. Keiner wusste das so richtig, aber egal. Sie sind nur kurz da, da eine Mitbewohnerin bald auf Road Trip geht und daher ihren Weggefährtinnen ein Übergangsquartier anbot. Außerdem ist ein französischer Ingenieur Mitglied unserer Truppe, der hier für fünf Monate ein Praktikum macht. Es tut wirklich gut, mal wieder einen männlichen Gefährten zu haben. Man sieht es dem Haus, insbesondere der Küche, leider oftmals an, dass ein eher rationaler Geist fehlt, der keine tot-fot-tat Diskussion beginnt, wenn es darum geht, die Gabel eines/einer anderen abzuwaschen… :)

In der kommenden Woche werde ich mit der Bachelorarbeit abschließen, einen letzten Vortrag in der Arbeitsgruppe halte und am Wochenende mit ein paar Mitbewohnern in die Grampians fahren – ein Gebirge im Nordwesten von Melbourne.

Zum Abschluss nur eine kulturelle Beobachtung: einen Artikel wie diesen hier, werde ich zu Lebzeiten in vergleichbarer Weise in Deutschland wohl nicht erleben; immer wieder interessant, wie stark Geschichte nachwirkt.

One Response

  1. Schwesterherz
    Schwesterherz 4. Februar 2013 at 23:07 |

    Abwaschen und Rationalismus?! Meine sehr maennlich gepraegte WG vertraut ganz irrational, aber unabbringbar auf die unsichtbare hand, die jeden morgen die kueche aufraeumt, muell runterbringt, das sofa besitzbar macht usw. komischerweise tut die hand nur dann was, wenn eine frau in der WG ist…

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