Rezepte im Wandel der Zeiten

Treue Leser wissen ja, dass ich gerne koche und auch gerne alles Mögliche ausprobiere in der Küche.

Neulich habe ich erst wieder ein so richtig typisches amerikanisches Rezept für Avocado-Chicken-Ecnhiladas etwas adaptiert (also hauptsächlich deutlich die Kalorien reduziert). Geschmeckt hat es unheimlich gut. Gestern habe ich auf der Suche nach einer Standard-Zubereitung für Günkohl in mein altbewährtes DDR-Kochbuch “Wir kochen gut” geschaut. Da ist mir dann so richtig aufgefallen, dass die Rezepte wirklich deutlich anders waren. Ich frage mich ja oft selber, was ich früher in Prä-Wende-Zeiten eigentlich überhaupt gekocht habe, weil es viele der Zutaten, die ich jetzt häufig verwende, überhaupt nicht gab damals. Speckfett mit Zwiebel gab es oft auf frischem Brot. Oder Tomatenmark mit Zwiebeln auf Butterbrot (so es denn Tomatenkarm gab). Schmorkraut hat sogar meine kleine Tochter gern gegessen.

Aber ich habe dann gestern noch ein bisschen im anderen Standard-DDR-Kochbuch geschmökert – im Kochbuch zur Kochsendung des DDR-Fernsehens. Das war ja definitiv schon eher Luxuskochen für damalige Zeiten. Ich erinnere mich noch, dass ich oft wegen der Zutaten den Kopf geschüttelt habe, weil es die bei uns in der Provinz nicht gab.

Und vergleichend dazu habe ich dann gestern dann im amerikanischen Kochbuch geblättert. Noch interessanter sind dann Rezepte aus der Kriegszeit…. Ich habe auch ein Kochbuch, wo Rezepte der Pioniere in den USA gesammelt sind, Planwagenküche sozusagen.

Das ist schon interessant, wie die Kochbücher widerspiegeln, was in einer gewissen Zeit so gegessen wurde.

Auf jeden Fall ist es unglaublich, in welchem Luxus wir heute leben. Es geht ja bei uns bei der Frage “Was essen wir heute” maximal darum, aus welchen leckeren Zutaten man welches Gericht zubereitet und niemals um die Frage, wie man überhaupt irgendwas Essbares auf den Teller bekommt.

Für morgen habe ich übrigens schon ein grünes Curry gekocht – mit selbst gemachter Kokosmilch und selbst angebautem Zitronengras. Bohnen, Porree und Möhren dazu…. sehr lecker!

 

One Response

  1. Claudia
    Claudia 18. Januar 2013 at 14:44 |

    Hallo Angela,

    ddas DDR-Kochbuch “Wir kochen gut” steht bei mir auch im Schrank und gelegentlich schaue ich da sogar mal rein. Was mir auffällt, ist, dass die Rezepte darin sehr kurz gehalten sind, selbst wenn es ein Weihnachtsbraten ist. Heute wird eher dazu tendiert, jeden noch so kleinen Schritt zu beschreiben. Ansonsten geht es mir beim Kochen so ähnlich wie dir. Ich experimentiere gern und koche gern indisch, thai oder italienisch und viele deutsche Rezepte kann ich gar nicht. Nur gut, dass mir meine Oma neulich gezeigt hat, wie Königsberge Klopse gehen ;-)

    Deine Berichte übers essen lese ich jedenfalls immer sehr gern und staune, was du so alles in Deiner Küche zauberst.

    LG Claudia

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